Service: Visual-Basic 6.0 Tipps: Benutzerhinweise bei Programmfehlern


Das hier Beschriebene gilt nicht nur für VB-Anwendungen, sondern für jede Art von Software - unabhängig von der Programmiersprache. Allerdings beziehen sich die Codebeschreibungen auf VB.

Der Text dieser Fehlermeldung ist nur ein Beispiel und für dieses Beispiel an der Haaren herbeigezogen. Aber: Eine solche Art von Fehlermeldung ist uns allen sicherlich schon einmal begegnet - ja man möchte sagen, es ist uns allen eine vertraute Erscheinung. Und was soll an dieser Fehlermeldung schlecht sein? Es gibt schließlich sogar spezielle Werkzeuge, die es uns Programmierern leicht machen, solche Meldungen zu erzeugen. Also was soll daran falsch sein? Der Reihe nach:

Überschrift, Symbol und erster Absatz des Meldetextes

Was soll das? Soll hier erreicht werden, dass der Benutzer 'in volle Deckung' geht, weil er befürchtet, dass sein PC im nächsten Augenblick mit einem lauten Knall explodiert? Eine Fehlermeldung verliert nichts - gar nichts, wenn auf derartige Attribute bei einer Fehlermeldung ersatzlos verzichtet wird. Verwenden Sie das standardmäßige Informationssymbol und eine harmlose Dialogüberschrift und nicht 'Fataler Fehler' oder ähnliches. Auf Einleitungstexte wie 'Es ist ein schwerer Fehler ...' können Sie ebenfalls verzichten. Dass ein Fehler aufgetreten ist, wird der Benutzer Ihrem normalen Fehlertext entnehmen. Allgemein gesagt lautet die Empfehlung: Untertreiben Sie lieber was die Schwere des aufgetretenen Fehlers angeht, als den Benutzer zu erschrecken.

Abbrechen, Wiederholen, Ignorieren

Wir Programmierer wissen natürlich genau, was mit 'Abbrechen', 'Wiederholen' und 'Ignorieren' gemeint ist:

  • Abbrechen: Wir brechen die Routine (Sub, Function, Methode oder wie auch immer Sie das nennen) ab
  • Wiederholen: Wir wiederholen den selben Befehl in unserer Routine ('Resume'-Anweisung)
  • Ignorieren: Wir arbeiten unseren Code in der auf den Fehler folgenden Zeile weiter ab ('Resume Next'-Anweisung)

Wenn man die Situation aus der Sicht eines normalen Benutzers sieht, muss man erkennen, dass der Benutzer mit der Auswahl 'Abbrechen', 'Wiederholen', 'Ignorieren' überhaupt nichts anfangen kann. Wenn man es konsequent zu Ende denkt, muss man zu der Erkenntnis kommen, dass der Benutzer nicht den allergeringsten Schimmer davon hat, was das heißen soll (und damit was er jetzt tun soll).

Wenn man diese Überlegungen konsequent zu Ende denkt, kommt man leicht zu der Überzeugung, dass es nicht der Mühe Wert ist, eine Fehlermeldung mit der Auswahl 'Abbrechen', 'Wiederholen', 'Ignorieren' (oder Ähnlichem) zu erzeugen.

Was also überhaupt tun?

  • Gestalten Sie Ihren Code und Ihr Programm so, dass so wenig Fehler wie möglich auftreten (ist doch selbstverständlich) und so, dass die Fehler die auftreten können im normalen Code behandelt werden in dem Sie z.B. den freien Platz auf einem Laufwerk prüfen, bevor Sie Daten auf das Laufwerk schreiben, oder in dem Sie prüfen, ob eine Datei vorhanden ist, bevor Sie sie öffnen (ist nicht so selbstverständlich wie es sein sollte).
  • Wenn danach noch unvorhergesehene Fehler auftreten, informieren Sie den Benutzer kurz über den Fehler, geben Sie evtl. einen kurzen Hinweis zur Abhilfe und brechen Sie den Code ab. Sie kriegen sowieso den Supportanruf ins Haus.

Der Fehlerhinweis

Das ist ein wirklich schwieriges Kapitel. Nach meiner Erfahrung sind Benutzer von jeder unvorhergesehenen Meldung mehr oder weniger irritiert und tendieren dazu, die Meldung nicht oder nicht vollständig zu lesen und sofort 'wegzuklicken'. Das um so mehr, je länger der Text ist. Bedenken Sie dies bei Ihren Hinweisen und versuchen Sie den Hinweistext kurz zu halten und vor allem: seien Sie höflich! Eine rüde Aufforderung wie oben (Beheben Sie den Fehler) ist sicherlich nicht der richtige Umgangston, insbesondere wenn Sie bedenken, dass der Fehler nicht beim Benutzer sondern allenfalls beim Programmierer liegt.

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Ralf Kunsmann

Spezialist für VBA-Programmierung
(alle Office-Anwendungen)
Entwickler der
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